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Night's Black Agents $24.95
Publisher: Pelgrane Press
by Roger L. [Featured Reviewer] Date Added: 02/14/2014 02:50:42

http://www.teilzeithelden.de/2014/02/14/re-
zension-nights-black-agents/

Im Sep­tem­ber 2013 über­raschte mich Pel­grane Press damit, dass sie Night’s Black Agents (NBA) in das damals aktu­elle Bundle of Hol­ding pack­ten. Die ande­ren Gums­hoe–Titel Ashen Stars (2011), Fear Its­elf (2007) und Mutant City Blues (2009) hat­ten ja bereits ein wenig Staub ange­setzt, aber NBA (2012) ist wesent­lich neuer und gerade wurde mit Dou­ble Tap ein Erwei­te­rungs­band herausgebracht.

Nach einer Online-Hangout-Runde Eso­ter­ro­rists als Spie­ler, war bei mir die Lust auf Gums­hoe wie­der geweckt und ich habe mir NBA mal genauer angesehen.

Die Spiel­welt

NBA sie­delt seine Aben­teuer im moder­nen Europa an, das häu­fig als Kulisse rasan­ter Spionage-Thriller taugt. Der Twist der Spiel­welt ist dabei, dass Vam­pire exis­tie­ren. Als Ver­schwö­rung wir­ken sie im Hin­ter­grund, und agie­ren z.B. durch das orga­ni­sierte Ver­bre­chen oder auch die Geheimdienste.

Um das Spiel inter­es­sant zu hal­ten, wird nicht genau vor­ge­ge­ben, was Vam­pire sind oder wel­che Fähig­kei­ten und Schwä­chen sie haben. Das müs­sen die Spie­ler in ihrer Kam­pa­gne selbst her­aus­fin­den. Es gibt einen umfang­rei­chen Bau­satz für Ursprünge des Vam­pi­ris­mus sowie ein varia­bles Sys­tem ver­schie­de­ner beson­de­rer Fähig­kei­ten. Vam­pire kön­nen magisch, außer­ir­disch oder auch Mutan­ten sein, mehr der Folk­lore Ost­eu­ro­pas oder den Geschich­ten aus Hor­ror­ro­ma­nen ent­spre­chen. Genauso wenig ist zum Beginn einer Kam­pa­gne klar, ob Vam­pi­ris­mus über­tra­gen wer­den kann.

Da die Spie­ler vor­ma­lige Geheim­dienst­ler sind, braucht es auch etwas Hin­ter­grund. Hite gibt einen Über­blick über die wich­tigs­ten Poli­zei– und Geheim­dienst­or­ga­ni­sa­tion sowie Fak­ten über Ver­bre­cher­syn­di­kate. Es wird dar­ge­legt, wie man selbst eine Stadt zum Spie­len vor­be­rei­tet und ihr Leben ein­haucht. Zusam­men mit einer Samm­lung vor­be­rei­te­ter Geg­ner hat man einen Bau­satz, aus dem man ver­schie­dene Kam­pa­gnen schus­tern kann.

Die Regeln

Hier sei auch auf meine Rezen­sion zu Trail of Cthulhu ver­wie­sen, denn die Regel­ba­sis von Gums­hoe besteht auch in NBA fort. Auf Ermitt­ler­fä­hig­kei­ten wer­den keine Pro­ben abge­legt. Pro­ben auf andere Skills wer­den mit dem W6 abge­legt und man darf Pool­punkte aus­ge­ben, um sich diese zu erleichtern.

NBA erwei­tert diese Mecha­nik gezielt in zwei Berei­chen, die für das Genre bedeut­sam sind: Kämpfe und Verfolgungsjagden.

Bei Kämp­fen bleibt die Basis­me­cha­nik erhal­ten: Es wird run­den­weise agiert, es wer­den Angriffs­würfe gemacht, Scha­den ermit­telt. Zu die­sem Pro­ze­dere kommt aber noch etwas hinzu:

Man kann gezielt durch das Aus­ge­ben wei­te­rer Pool­punkte und das Ver­wen­den von Spe­zi­al­fä­hig­kei­ten (Cher­ries genannt, s.u.) bestimmte Manö­ver wie z.B. Extra-Attacken frei­schal­ten. Cha­rak­tere mit hohen Pool­wer­ten im zwei­stel­li­gen Bereich kön­nen so im Kampf deut­lich mehr Feu­er­werk ver­an­stal­ten als andere, ins­be­son­dere auch als Cha­rak­tere in ande­ren Gums­hoe–Titeln. Einige Spe­zi­al­fä­hig­kei­ten erlau­ben die Wie­der­auf­fri­schung von Pools.

War in ande­ren Gums­hoe–Titeln Kampf eher eine Würf­le­rei ohne viele Optio­nen, so hat man in NBA mehr Mög­lich­kei­ten, die durch die Spe­zi­al­fä­hig­kei­ten befeu­ert wer­den. Fin­ten, kri­ti­sche Tref­fer, gezielte Schüsse, Auto­feuer und Flä­chen­be­schuss erwei­tern das Arse­nal. Man kann auch gezielt einen schwa­chen Geg­ner an sich rei­ßen und als Deckung auf engem Raum benut­zen (Mook Shield). Ver­schie­dene Spe­zi­al­fä­hig­kei­ten wie Kampf­sport, Scharf­schütze oder Zusatz­trai­ning an einer Waffe fri­schen z.B. die Pool­punkte auf, erhö­hen die Reich­weite oder den Schaden.

Diese Thril­ler Com­bat Rules sind als Paket optio­nal, aber Weg­las­sen ist mei­ner Mei­nung nach keine ernst­zu­neh­mende Option. Es ist mög­lich, einen hoch­ge­züch­te­ten Spe­zi­al­agen­ten drei Atta­cken am Anfang der ers­ten Kampf­runde aus­füh­ren zu las­sen. Dies bil­det das bei­nahe Über­mensch­li­che des Agen­ten­gen­res gut ab. Den Spie­lern wird noch viel mehr Ent­schei­dungs­raum gebo­ten, wie viel von ihrer Befä­hi­gung sie wann im Spiel ein­brin­gen wol­len. NBA dürfte daher wohl bei Wei­tem die span­nends­ten Kämpfe aller Gums­hoe–Rol­len­spiele haben.

Eine große Schwä­che des Gums­hoe–Rol­len­spiels bleibt aber auch erhal­ten: Eigent­lich sol­len die Pools garan­tie­ren, dass kein Spie­ler das Spot­light an sich reißt. Aber in der Pra­xis kann es sein, dass die Aktio­nen trotz aus­ge­ge­be­ner Pool­punkte nicht zün­den. Ein Cha­rak­ter ohne Pool­punkte kann je nach Schwie­rig­keits­grad der Begeg­nung even­tu­ell schon gar nicht mehr tref­fen, selbst wenn er noch unver­letzt ist. Er hat dann sein „Story-Pulver“ schon ver­schos­sen, ohne dass es eine Erklä­rung dafür gibt, die sich naht­los in die Spiel­welt fügt. Warum hat der geübte Pis­to­len­schütze plötz­lich keine Chance mehr, das­selbe Ziel zu tref­fen? Frü­her oder spä­ter ras­selt man mit Gums­hoe in einen sol­chen Logik­bruch hinein.

Nix wie hinterher

Ein ande­res Ele­ment, das in Action­fil­men eine beson­dere Rolle spielt, ist die Ver­fol­gungs­jagd – zu Fuß, per Auto, viel­leicht sogar mit einem Schnell­boot. Auch hier wur­den die Stan­dard­re­geln für Ver­fol­gung auf­ge­bohrt. Nor­ma­ler­weise wird bei Gums­hoe solange gegen­ein­an­der gewür­felt, bis einer sei­nen Wurf ver­sem­melt, was bedeu­tet: die erste Sache, die schief­geht, ent­schei­det die wilde Jagd.

Bei NBA hin­ge­gen ver­rin­gert oder erhöht das nur einen nume­ri­schen Abstand, Lead genannt. Wird die­ser zu hoch, kann sich der Ver­folgte abset­zen. Sinkt er tief genug, kann der Ver­fol­ger auf­schlie­ßen. Hier­bei wird berück­sich­tigt, wie hoch Erfolge oder Miss­er­folge waren, und wie weit das Ergeb­nis auseinanderliegt.

Auch hier kom­men die Cher­ries wie­der ins Spiel, und kön­nen z.B. hel­fen, die der Ver­fol­gung zugrunde lie­gende Fähig­keit wie­der­auf­zu­fri­schen. Oder einen schnel­len Schuss durch den Ver­fol­ger zu erlau­ben. Aber am bes­ten gefällt mir, dass man auch inves­ti­ga­tive Fähig­kei­ten ein­brin­gen kann:

Agent A ver­folgt einen Ghoul zu Fuß durch die Kata­kom­ben von Paris. Agent B ist mit ihm per Funk ver­bun­den und gibt einen Punkt Archi­tek­tur aus. Er benutzt sein beson­de­res Wis­sen über den Pari­ser Unter­grund, um den Agent A zu ermög­li­chen, dem Ghoul den Weg abzuschneiden. Agent C wird in einem Auto von einer Gruppe Gangs­ter ver­folgt. Agent D hatte sich bereits zuvor in den Poli­zei­funk ein­ge­hackt und gibt jetzt einen Punkt Poli­zei­jar­gon aus, um Strei­fen­wa­gen auf den Ver­fol­ger zu hetzen.

Ich finde, dadurch wird der nar­ra­tive Aspekt wun­der­bar in die Mecha­ni­ken des Sys­tems ein­ge­bun­den. Cha­rak­tere kön­nen auf ver­schie­denste Weise in das Gesche­hen ein­grei­fen, wie halt auch im Film. Funk­ver­bin­dung wird vom Sys­tem vor­aus­ge­setzt und ermög­licht das Koor­di­nie­ren von Akti­vi­tä­ten an ver­schie­de­nen Orten sowie die erwähn­ten Ein­griffe. Mich erin­nern die Mög­lich­kei­ten am ehes­ten an Filme wie Snea­kers, Ocean’s 13 oder Ronin, weil das Team der Star ist.

Netz­wer­ken und Tarnidentitäten

Zwei Fähig­kei­ten neh­men eine Son­der­stel­lung ein: Cover und Net­work. Es wird ange­nom­men, dass sich die Agen­ten Tar­niden­ti­tä­ten ange­eig­net haben, um ihrer Tätig­keit nach­zu­ge­hen. Gibt man aus einem Cover–Pool Punkte aus, kann man diese einer Iden­ti­tät zuwei­sen. Diese wer­den bei allen Wür­fen ein­ge­setzt, bei denen diese Iden­ti­tät ins Spiel kommt. Ist der Pool einer Iden­ti­tät leer, so ist diese auf­ge­flo­gen und nutzlos.

Genauso erschafft man Kon­takte aus dem eige­nen Netz­werk. Man gibt Punkte aus und inves­tiert diese in einen Infor­man­ten oder jemand, dem noch an einer alten Wir­kungs­stätte kennt. Auch hier kann der Pool ein­ge­setzt wer­den, um indi­vi­du­elle Würfe zu erleich­tern, z.B. wenn man Infos von einem Kol­le­gen vom MI5 braucht. Oder wenn einem ein Mafioso noch einen Gefal­len schul­det. Sind die Punkte in einem sol­chen Pool auf­ge­braucht, kann man den Kon­takt nicht mehr aktivieren.

Um das Spiel nicht zu kom­pli­ziert zu gestal­ten, bedient sich der Autor bei Lever­age und arbei­tet mit Rück­blen­den. Rück­blen­den ermög­li­chen es, Fak­ten durch Aus­ge­ben von Punk­ten in die Story hin­ein zu erzäh­len. Man muss nicht vor­her ange­ben, wel­che Kum­pels man beim KGB hat. Man zieht die­ses Kar­ni­ckel inmit­ten des Story-Verlaufs aus dem Ärmel und gibt dann die Punkte aus. Das ermög­licht es auch, mit­ten in der Hand­lung so zu tun, als hätte man umfang­reich geplant und fast alles bedacht, ohne vor­her lang­wie­rige Pla­nun­gen aus­spie­len zu müssen.

Im Bezug aufs Kam­pa­gnen­spiel gilt, dass Cover und Net­work sich nicht wie­der auf­fri­schen. Gibt man Punkte dort aus, kann man sie nur durch den Ein­satz von Erfah­rungs­punk­ten zurückgewinnen.

Cha­rak­ter­er­schaf­fung

Es ist einem auch bei NBA unbe­nom­men, die Kauf­punkte aus­zu­ge­ben, wie man will. Man kann aber auch Hin­ter­gründe wäh­len. Ein Hin­ter­grund ist ein Paket von inves­ti­ga­ti­ven und all­ge­mei­nen Skills. Diese Pakete sind aber nicht bil­li­ger. Sie beschleu­ni­gen nur den Pro­zess. Wäh­rend diese Cha­rakt­er­hin­ter­gründe nicht bin­dend sind, ver­mit­teln sie ganz gut Arche­ty­pen aus sol­chen Thril­ler­ge­schich­ten wie Geld­ku­riere, Flucht­wa­gen­fah­rer oder Hacker.

Erreicht man in einer all­ge­mei­nen Fer­tig­keit einen Wert von 8 oder höher, wer­den Bonu­s­ef­fekte frei­ge­schal­tet, Cher­ries genannt. Hat man 8 Punkte in Digi­tal Intru­sion, erhält man einen Gra­tis­punkt in Kryp­to­gra­phie. 8 Punkte in Ath­le­tik ermög­li­chen z.B. die Spe­zi­al­fä­hig­keit Park­our, die bei Ver­fol­gungs­jag­den zu Fuß sehr nütz­lich sein kann. Durch die Cher­ries wird auch aus­ge­drückt, worin sich beson­ders inten­si­ves Trai­ning von nor­ma­lem Kön­nen unter­schei­det. Cher­ries unter­stüt­zen die film­rei­fen Aktio­nen, die wir von den Prot­ago­nis­ten von Action-Thrillern erwar­ten. Man wählt auch einen MOS, eine Fähig­keit, die ein­ma­lig garan­tiert gelin­gen wird.

Jede Figur hat auch einen Drive, also eine ihr Han­deln bestim­mende Moti­va­tion, und drei Dinge, die dem Cha­rak­ter etwas bedeu­ten: Sym­bol, Solace und Safety. Sym­bol ist etwas Abs­trak­tes, ein Gegen­stand, irgend­et­was, das der Figur viel bedeu­tet, ob es nun Aus­druck von Reli­gion, des per­sön­li­chen Wer­de­gangs oder der eige­nen Werte ist. Solace ist eine Per­son, der man bedin­gungs­los ver­traut. Safety ist der per­sön­li­che Zufluchts­ort. Wer­den einem diese Dinge genom­men, oder sind sie bedroht, kann das unan­ge­nehme Aus­wir­kun­gen auf die innere Sta­bi­li­tät im Spiel haben.

Spiel­bar­keit aus Spielleitersicht

Auf den SL kommt zuerst die Ent­schei­dung zu, ob er eine der vor­ge­schla­ge­nen Vari­an­ten für seine Kam­pa­gne her­nimmt: Burn, Dust, Mir­ror oder Sta­kes. Burn führt zu schnel­le­rem psy­cho­lo­gi­schem Ver­fall, auch Töten ist hier keine Sache, die man mal so im Vor­bei­ge­hen macht. Dust kürzt fast alle neuen Thriller-Elemente aus dem Spiel, die Agen­ten wer­den auf eine Art Nor­mal­maß her­un­ter­ge­stutzt und müs­sen vor­sich­ti­ger agie­ren. Mir­ror bedeu­tet, dass Kon­takte unzu­ver­läs­sig sind und Ver­rat fast erwart­bar ist. Sta­kes legt Wert auf eine Moti­va­tion und ein höhe­res Ziel der Cha­rak­tere. Vom post­mo­der­nen „Jeder für sich selbst“ bis zum „Für mein Vater­land, egal was es kos­tet“ ist hier alles dabei, und ver­schie­dene Modi ver­lan­gen ver­schie­dene Spielweisen.

Gene­rell fällt an NBA posi­tiv auf, wie wenig es ver­sucht, nur eine bestimmte Geschichte zu erzäh­len. Viel­mehr ist es ein Bau­kas­ten, um ganz ver­schie­dene Ele­mente, Moti­va­tio­nen, Hin­ter­gründe und Sto­ries aus­zu­pro­bie­ren. Ob es nun um die Schwä­chen der Vam­pire oder die Motive der Spie­ler geht, alles lässt sich vari­ie­ren und damit lohnt es sich auch, mehr als eine NBA–Kam­pa­gne zu spie­len. Man merkt dem Buch auch die Recherche-Leistung sei­nes Autors an.

Das bedeu­tet auch, dass jede Kam­pa­gne etwas Vor­ar­beit erfor­dert. Wie funk­tio­niert Vam­pi­ris­mus? Was steckt dahin­ter? Hier wer­den die Hin­ter­gründe Superna­tu­ral, Dam­ned, Alien und Mutant ange­bo­ten. Wie weit reicht die Ver­schwö­rung im Hin­ter­grund? Wie lange besteht sie schon? Ste­hen über­na­tür­li­che Mit­tel zur Ver­fü­gung? Wer arbei­tet mit wem? Und natür­lich: Was ist das End­ziel der Vampire?

Die Über­sicht im Kam­pa­gnen­spiel behält man durch das Anfer­ti­gen einer Cons­py­ra­mid – ein Dia­gramm, an des­sen Spitze die Ober­vam­pire ste­hen und unten das Fuss­volk. Die Spie­ler wer­den sich im Laufe der Kam­pa­gne durch diese Pyra­mide hin­durch­ar­bei­ten und sie erleich­tert es dem SL, kurz­fris­tig Hin­weise zu gene­rie­ren und zu streuen, wenn die Spie­ler die Ermitt­lungs­rich­tung wechseln.

Durch die Hin­weise zum Gestal­ten eines Thril­lers lernt man, Action– und Ermitt­lungs­sze­nen sich abwech­seln zu las­sen, wodurch die Ermitt­lung auch nicht das Spiel domi­niert. Wen man nicht genug Infos hat, müs­sen die Agen­ten wie­der ins Feld. Dadurch hat es man in NBA viel leich­ter, eine Kam­pa­gne selbst zu gestal­ten, anstatt müh­sam ein Gesamt­kunst­werk wie bei Trail of Cthulhu stri­cken zu müs­sen. Es geht auch Spie­lern leich­ter von der Hand, die nicht so detek­ti­visch vor­ge­hen, wie das andere Gums­hoe–Spiele wol­len.

Spiel­bar­keit aus Spielersicht

Für den Spie­ler gestal­tet es sich NBA rela­tiv ein­fach. In den ver­schie­de­nen Szen­en­ty­pen kann der Umgang mit den zwei Arten von Skills ein­ge­übt wer­den. In einer Thril­ler Chase kann man gezielt zusätz­li­che Regeln ein­füh­ren. Die Thril­ler Com­bat Rules las­sen sich eine nach der ande­ren in den weni­ger wich­ti­gen Kämp­fen mit klei­nen Scher­gen ein­füh­ren, um es dann spä­ter im Kampf mit den Vam­pi­ren rich­tig kra­chen zu las­sen. Durch die anstei­gende Span­nungs­kurve lässt sich die­ses gra­du­elle Ein­füh­ren von Rege­l­ele­men­ten gut rechtfertigen.

Auch die Rück­blen­den ermög­li­chen den schnel­len Ein­stieg ins Spiel. Weil man nicht alle erlern­ten Spra­chen, Kon­takte und Tar­niden­ti­tä­ten zu Beginn fest­le­gen muss, kann man sei­nen Cha­rak­ter gezielt im Spiel wei­ter ausgestalten.

Preis-/Leistungsverhältnis

Man erhält ein rich­tig gutes Spiel, aber es ist nicht bil­lig. Mein per­sön­li­cher Erwar­tungs­wert liegt bei weni­ger als 10 USD pro 100 Sei­ten, und ab 20 USD für ein PDF über­lege ich mir in der Regel schon sehr genau, ob ich zuschlage.

Ver­gli­chen mit dem Bundle of Hol­ding, bei dem es das PDF als Bonus inklu­sive einem Aben­teu­er­band dazu gab, schnei­det das Preis­leis­tungs­ver­hält­nis sogar sehr schlecht ab. Als Ein­zel­kauf ist es für mei­nen Geschmack zu teuer, aber die Kom­bi­na­tion von PDF + Hard­co­ver beim Sphä­ren­meis­ter kann sich preis­lich wie­der sehen lassen.

Spiel­be­richt

Bei einem Oneshot mit vor­be­rei­te­ten Cha­rak­te­ren und einem selbst­ge­stal­te­ten Aben­teuer bewährte sich das Sys­tem gut. Die Spie­ler, alle bis auf einen ohne Gums­hoe–Erfah­rung, haben das Sys­tem schnell erfasst und konn­ten sich auf ihre Rol­len kon­zen­trie­ren. Anschei­nend kom­men Spie­ler auch ohne über­mä­ßig viel Spio­na­ge­thril­ler gese­hen zu haben ganz gut damit zurecht, wie man in NBA Infor­ma­tio­nen durch Hacken und Kon­takte beschafft. Rege­l­ele­mente wie Cover und Net­work las­sen sich durch die Mecha­nik ganz gut mit­ten im Spiel ein­füh­ren. Das Feed­back der Spie­ler war durch­weg positiv.

Erschei­nungs­bild

Nights black agents coverDie glän­zen­den Sei­ten im Hard­co­ver tref­fen mei­nen Geschmack nicht, genauso scheint die Bin­dung etwas ungleich­mäs­sig. Das sehr helle Sei­ten­de­sign wirkt hoch­mo­dern und passt auch zum Thema Spionage-Thriller. Für Vampir-Horror wirkt es hin­ge­gen etwas klinisch.

Gums­hoe–Pro­dukte lei­den gene­rell an einer über­trie­be­nen Menge Text pro Seite. Das fällt beson­ders bei Sei­ten ohne Illus­tra­tion oder Side­bar auf. Dort wir­ken der drei­spal­tige Text und die geringe Schrift­größe beson­ders problematisch.

Die Illus­tra­tio­nen sind manch­mal sehr gut und manch­mal eher etwas dürf­tig. Es kann vor allem sein, dass nur alle paar Sei­ten eine kommt. Side­bars und Tabel­len sind hin­ge­gen sehr über­sicht­lich gestaltet.

Bonus/Downloadcontent

Es gibt Eini­ges an Down­loads, ins­be­son­dere die ver­schie­de­nen Bögen für das Spiel, eine Kurz­demo und Mate­rial zu dem Aben­teu­er­band The Zalozh­niy Quar­tet.

Fazit

Mein Ein­druck ist, dass NBA ganz her­vor­ra­gend funk­tio­niert. Man kann es gewis­ser­ma­ßen als ein Gums­hoe 2.0 betrach­ten, das dem Sys­tem weder zu viel noch zu wenig hin­zu­fügt. Zwar wird Gums­hoe nie wirk­lich ein Sys­tem tak­ti­scher Tiefe wer­den, aber im Rah­men der Story sind inter­es­sante Kon­flikte möglich.

NBA scheint auch viel ein­stei­ger­freund­li­cher durch seine Erzähl­struk­tur. Die Ermitt­lun­gen blie­ben kurz und kna­ckig, um in die nächste Action-Szene über­zu­lei­ten. Eine sol­che Erzähl­struk­tur würde sich auch für Eso­ter­ro­rists eig­nen. Über­haupt zieht NBA Gums­hoe aus der rei­nen Ermitt­lungs­ecke und kann dadurch als Inspi­ra­tion für alle Gums­hoe–Spiele die­nen. Das Glei­che gilt für die Thril­ler Com­bat Rules und die Thril­ler Chase Rules. Was Hite hier dem Kanon der Gums­hoe–Ideen hin­zu­fügt, das zündet.

Obwohl NBA das Sys­tem wei­ter­führt, blei­ben die alten Pro­bleme beste­hen: Was tun, wenn die Pools erschöpft sind? Dann kann sinn­vol­les Han­deln sogar unmög­lich sein. Ins­be­son­dere dann, wenn man Ath­le­tik erschöpft hat: Dann kann man je nach Gegner­zahl nicht mal mehr abhauen, denn das erfor­dert auch einen Wurf oder sogar einen Wett­be­werb mit ver­glei­chen­den Wür­fen! Das Pro­blem der unmög­li­chen Schwie­rig­kei­ten von 7 oder höher auf dem W6 kann bei ein paar unglück­li­chen Wür­fen sehr schnell drän­gend wer­den und in einen Total Party Kill füh­ren. Das hat mit Spot­light–Ver­tei­lung nichts mehr zu tun, son­dern ist unter Umstän­den in der Spiel­welt nicht sin­nig zu erklären.

Zusam­men mit ein paar Schwä­chen bei der Prä­sen­ta­tion ergibt sich als Wer­tung eine sehr posi­tiv gemeinte 4 von 5.



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