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Delta Green $19.98
Publisher: Pagan Publishing
by Roger L. [Featured Reviewer] Date Added: 08/12/2013 03:11:10

Auf Delta Green bin ich durch die Google+-Präsenz eines Autors auf­merk­sam gewor­den: Den­nis Det­wil­ler. Den­nis pos­tete Kurz­ge­schich­ten und Mate­rial zu Delta Green, und genau diese Ein­bli­cke in sein Schaf­fen waren es, die mich auf das Pro­dukt auf­merk­sam gemacht haben. (Er scheint sich jetzt aber mehr auf sein Blog zurück­ge­zo­gen zu haben.)

Mir fiel sofort der Ein­falls­reich­tum auf, der hin­ter die­sem Set­ting steckt. Dazu kommt, dass die Auto­ren wirk­lich schrei­ben kön­nen. Delta Green gibt es zwar schon län­ger, aber ich denke, ein sol­ches Schmuck­stück darf man auch mit eini­ger Ver­spä­tung wie­der her­vor­kra­men, zumal es immer noch Neu­er­schei­nun­gen dazu gibt und es erst letz­tes Jahr als PDF wie­der ver­füg­bar gemacht wurde.

Erschei­nungs­bild

Illus­tra­tio­nen sind vor­han­den, und einige durch­aus stim­mungs­voll, gerade weil man sich manch­mal fragt, was zu erken­nen sein soll. Das PDF prä­sen­tiert sich haupt­säch­lich in Schwarz und Weiß. Satz und Schrift­ar­ten sind optisch anspre­chend. Ein biss­chen text­las­tig wirkt das Ganze dann doch immer wie­der. Ein gut gestal­te­ter Index run­det das Werk ab.

Das PDF ist ein Scan, und das fällt auf meh­rer­lei Weise auf. Zual­ler­erst ist es mit 195 MB ein ziem­lich gro­ßer Down­load auf DTRPG. Wei­ter­hin feh­len Book­marks, was anhand der Sei­ten­an­zahl doch hin­der­lich ist. (In wei­te­ren Pro­duk­ten zum Set­ting wurde das dann bes­ser gemacht.) Erfreu­li­cher­weise stim­men trotz­dem die Sei­ten­zah­len im Inhalts­ver­zeich­nis und im Index, aller­dings nur auf dem PC – auf Tablets gibt es einen Ver­satz von 8 Sei­ten auf­grund benann­ter Sei­ten am Anfang. Book­marks und Index sind lei­der nicht klickbar.

Inhalt

Diese Rezen­sion ent­hält Spoi­ler – wer Delta Green nicht lei­ten will, son­dern nur spie­len, kann es ja dem SL ihres oder sei­nes Ver­trau­ens weiterempfehlen. Delta Green nimmt die Grund­stim­mung der in den 90ern popu­lä­ren Serie Akte X und kom­bi­niert sie mit Cha­o­s­i­ums Call of Cthulhu. Aus den X-Files wurde dabei über­nom­men, dass es Ver­schwö­run­gen inner­halb der US-Regierung gibt, die gegen­ein­an­der arbei­ten, dass es bereits extra­ter­res­tri­schen Kon­takt gab und er ver­tuscht wird, und all die schil­lern­den klei­nen Namen und Details, die seit Jahr­zehn­ten immer wie­der durch die Medien geis­tern – MKUL­TRA, Ope­ra­tion BLUE­BOOK, Majestic-12, der Roswell-Unfall, Area 51, Dream­land… Das ver­leiht dem Buch eine gewisse Authen­ti­zi­tät – ste­tig wird auf Dinge Bezug genom­men, über die bereits viele spe­ku­la­tive Bücher geschrie­ben wurden.

Auch der Cthulhu-Mythos kommt nicht zu kurz, und ist viel­leicht genauso ver­wor­ren. Einige Grup­pen wie die Deep Ones ver­eh­ren ja die Great Old Ones. Das mill­en­niale Ende der Welt und die Wie­der­kehr Cthul­hus schei­nen bevor­zu­ste­hen. Chaos und Ver­wüs­tung dro­hen, und fast alle Betei­lig­ten sind sich ihres Bei­trags unbe­wusst. Der Mythos ist der Kitt, der die Geschichte zusam­men­hält, aber noch viel mehr im Ver­bor­ge­nen als zuvor. Zu den meis­ten typi­schen Mythosak­ti­vi­tä­ten wird ein „Update“ gege­ben, aber den größ­ten Raum im Buch neh­men die Mi-Go, die Fungi vom Yug­goth ein und deren Ver­bin­dung zu den Greys, den all­seits bekann­ten grauen Außerirdischen.

Der Mythos mag bizarr sein, aber wer gerade den Aspekt mit UFOs und unge­klär­ten Phä­no­me­nen aus­bauen will, dem emp­fehle ich das Buch Die Ande­ren von Johan­nes Fie­bag (gebraucht immer noch erhält­lich). Das zusam­men­ge­tra­gene Mate­rial ist stel­len­weise sur­real und ent­hält UFO– und Mons­ter­sich­tun­gen, das Luft­schiff­phä­no­men des 19. Jahr­hun­derts, den Feen­my­thos – reich­lich Mate­rial für Mystery-Abenteuer aller Art und zu allen Zeiten. Im Haupt­teil wer­den meh­rere Orga­ni­sa­tio­nen beschrieben:

Delta Green – eine Ansamm­lung halb­wis­sen­der Mythos­jä­ger inner­halb der US-Exekutive

Karo­te­chia – ein paar ver­streute Alt­na­zis mit dem Vier­ten Reich als Ziel

Majestic-12 – die streng geheime Steue­rungs­gruppe, die UFO-Vorfälle vertuscht

Sau­cer­watch – eine privat-finanzierte UFO-Ermittlungs-Gruppe

The Fate / The Net­work – ein mit okkul­tem Wis­sen agie­ren­des Verbrechersyndikat

Delta Green

Der Ter­mi­nusDelta Green beschreibt dabei eine Geheim­or­ga­ni­sa­tion, eine Ver­schwö­rung inner­halb der US-Exekutive. Delta Green war ursprüng­lich Teil des CIA-Vorläufers OSS, Nach­fol­ge­or­ga­ni­sa­tion einer Ermitt­lungs­ein­heit zum Innsmouth-Vorfall von 1928, gegrün­det um den okkul­ten Umtrie­ben der Nazis ent­ge­gen­zu­wir­ken, und das sogar mit gro­ßem Erfolg. Mit dem Auf­tau­chen der Greys, den aus UFO-Literatur und –Geschich­ten bekann­ten grauen Außer­ir­di­schen, ver­wi­ckelte sich die US-Regierung selbst in Mythos-Aktivitäten, und Delta Green wurde zerschlagen.

Den­noch lebt diese Orga­ni­sa­tion als Ver­schwö­rung fort, und bekämpft das Okkulte und den Mythos, wo sie nur kann. DG rekru­tiert seine Agen­ten inner­halb ver­schie­de­ner Regie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen, und bie­tet somit einen glaub­haf­ten Hin­ter­grund, wieso Spie­ler als Mythos-Ermittler agie­ren kön­nen und wie sie an die pas­sen­den Res­sour­cen hier­für kom­men. Gleich­zei­tig wer­den Anhalts­punkte für den SL gebo­ten, warum die Spie­ler oder die gesamte Orga­ni­sa­tion etwas nicht weiß, ob Wis­sen viel­leicht in der Ver­schwö­rung selbst vor­liegt, aber nicht wei­ter­ge­ge­ben wird, oder ob Ermitt­ler sogar bewusst ohne ent­schei­den­des Wis­sen in den Ein­satz geschickt werden.

Jahr­zehn­te­lang war DG eine Ansamm­lung von Cow­boys, die lie­ber ein Mys­te­rium mit Stumpf und Stiel aus­rot­te­ten, als etwas dar­über zu erfah­ren. Von die­ser Poli­tik der ver­brann­ten Erde hat sich die Ver­schwö­rung erst jüngst abge­wandt. Dem­ent­spre­chend man­gel­haft ist auch das Wis­sen der Betei­lig­ten, was den Mythos angeht. Die Spie­ler sind gewis­ser­ma­ßen immer an vor­ders­ter Front, um mehr herauszufinden.

Karo­te­chia

Karo­te­chia ist wohl DGs ältes­ter Geg­ner. Als das Dritte Reich unter­ging, war Karo­te­chia der Kern sei­nes okkul­ten For­schungs­pro­gramms. Ange­lehnt an his­to­risch belegte Akti­vi­tä­ten der SS und des Ahnen­er­bes, war Karo­te­chia der Ver­such, mit Hilfe von Mythos­wis­sen den Gang des Krie­ges zu beein­flus­sen. Nach dem Krieg ver­blieb die Orga­ni­sa­tion als Ter­ror­gruppe, die ver­suchte, nach Hit­lers Tod das Ende der Welt ein­zu­lei­ten. Von DGs Agen­ten wur­den die meis­ten Mit­glie­der die­ses Welt­un­ter­gangs­kul­tes zur Stre­cke gebracht, doch damit endet die Geschichte nicht.

Drei ver­blei­bende Alt­na­zis haben sich zum Drit­ten Tri­um­vi­rat zusam­men­ge­schlos­sen, und Karo­te­chia lebt in Süd­ame­rika fort. Das Ziel ist nicht mehr das Ende der Welt, son­dern die Errich­tung des Vier­ten Reichs durch den Ein­satz von Magie. Karo­te­chia agiert dabei selbst als Ver­schwö­rung, und beein­flusst Neo­na­zi­grup­pen und faschis­ti­sche Regime welt­weit. Außer­dem kol­la­bo­riert die Gruppe mit ver­schie­dens­ten Ver­bre­cher­syn­di­ka­ten auf der Suche nach okkul­ten Schätzen.

An einer inter­es­san­ten Dar­stel­lung man­gelt es die­ser Grup­pie­rung sicher nicht, gerade die Haupt-NSCs sind gut aus­ge­stal­tet. Die Nazi-Ideologie ist in ihrer men­schen­ver­ach­ten­den Grau­sam­keit aber fast schon zu stim­mig abge­bil­det. Beim Lesen beschlich mich ein gewis­ses Unwohl­sein. Die deut­schen Begriffe, deren Ver­wen­dung sich angel­säch­si­sche Auto­ren ja nicht ver­knei­fen kön­nen, sind zwar rich­tig gewählt, aber die feh­lende Dekli­na­tion von Haupt­wor­ten, das Geschlecht der Arti­kel oder man­cher zusam­men­ge­setzte Begriff („die Lebensten­to­ten“ — für The Living Dead) wir­ken beim Lesen natür­lich eher erheiternd.

Majestic-12

DGs Gegen­spie­ler inner­halb der US-Regierung ist Majestic-12, eine Gruppe, die auch im Gehei­men ope­riert, UFO-Vorfälle ver­tuscht und sogar mit den Mi-Go in Gestalt der Greys koope­riert. MJ-12 erhält hier­für Geheim­wis­sen, forscht an Super­waf­fen, Flug­ge­rä­ten, usw. Für MJ-12 arbei­ten auch die Men in Black, die die Drecks­ar­beit der Ver­tu­schung ver­rich­ten, und auch die hin­läng­lich bekann­ten Black Heli­c­op­ters gehen von die­ser Gruppe aus. Hier wird also aus dem über­rei­chen Fun­dus geschöpft, der im angel­säch­si­schen Bereich als UFO Coverup bekannt ist. Wenn das alleine nicht schon reiz­voll wäre, so gibt es da noch ein paar Seitenaspekte:

Zum einen istMJ-12 immer wie­der mal mit dem Mythos kon­fron­tiert, ohne das zu wis­sen. Die Jungs wis­sen zwar einen Hau­fen über den ille­ga­len Kram, der hin­ter den Kulis­sen abläuft, haben aber kei­ner­lei Ahnung über die wahre Ord­nung der Welt – sogar noch weni­ger als DG, und die wis­sen schon nicht viel.

Zum ande­ren weiß die Majestic–Gruppe, dass DG nicht völ­lig von der Land­karte ver­schwun­den ist. Jen­seits der Mythos­ge­fah­ren sind Majestic’s Hand­lan­ger die wahr­schein­lichs­ten Dau­er­geg­ner, weil sie über hau­fen­weise Res­sour­cen ver­fü­gen. Außer­dem ist ihre Agenda oft im Kon­flikt mit dem Wir­ken von DG.

Sau­cer­watch

Sau­cer­watch ist eher eine Rand­gruppe die­ses Set­tings, und scheint für die nächste Auf­lage von DG gar nicht mehr vor­ge­se­hen zu sein. Dabei han­delt es sich um eine recht pro­fes­sio­nelle zivile Orga­ni­sa­tion, und es ist sicher auch denk­bar, dass die Ermitt­ler­gruppe aus Ufo­lo­gen besteht anstatt aus Regierungsagenten.

Alter­na­tiv wird beschrie­ben, wie sich Mit­glie­der die­ser Orga­ni­sa­tion als för­der­lich oder hin­der­lich für eine Ermitt­lung aus­wir­ken kön­nen. Ein ech­ter Player ist sie jeden­falls nicht.

The Fate / The Network

The Net­work beschreibt eine Mythos­gruppe, die sich in der Welt des Ver­bre­chens von New York ansie­delt. Gesteu­ert von einem Mytho­skult und einem mys­te­riö­sen, schein­bar unsterb­li­chen Zau­be­rer, bie­tet die Gruppe den eigent­li­chen Syn­di­ka­ten ihre okkul­ten Dienste an, ande­rer­seits greift sie auch bei Mafia und Kon­sor­ten einen Teil der Ein­nah­men ab. Und wer weiß, was das Netz­werk kann, zahlt gerne.

Beim ers­ten Über­flie­gen sprach mich The Fate am wenigs­ten an, aber im Detail ist diese Gruppe wahn­sin­nig gut aus­ge­ar­bei­tet, mit einer glaub­wür­di­gen Glie­de­rung und eini­gen wun­der­bar mys­te­riö­sen Aspek­ten. So zum Bei­spiel die Adep­ten, eine Unter­grup­pie­rung von rela­tiv hoff­nungs­lo­sen Gestal­ten, die einen bizar­ren Teil der Drecks­ar­beit machen: Sie erhal­ten schein­bar völ­lig belang­lose Auf­ga­ben, die sie auf mys­te­riö­sem und schein­bar akau­sa­lem Wege dann doch mit­ten in irgend­wel­chen bedeut­sa­men Ereig­nisse ver­wi­ckeln, wobei sie mit­un­ter auch drauf­ge­hen. Von der Spiel­an­lage ist das genial, weil man die Adep­ten als wirre und sich bizarr ver­hal­tende Pech­vö­gel in irgend­wel­chen Spiel­si­tua­tio­nen auf­tau­chen las­sen kann. Das macht Stim­mung und gibt dem Bizar­ren des Mythos Gestalt.

Mehr Details zu den Umtrie­ben der Mi-Go und ins­be­son­dere auch von The Fate fin­det man im Erwei­te­rungs­band Delta Green: Eyes Only. Die Anhänge

Zusam­men würde die­ses Set­ting­ma­te­rial gerade mal 137 Sei­ten ein­neh­men. Der grö­ßere Teil des Buches besteht aus diver­sen Anhän­gen. So zum Bei­spiel die aus­ge­zeich­nete und kom­men­tierte Biblio­gra­phie, ein Glos­sar von Geheim­dienst– und Regie­rungs­slang, und einer Abhand­lung über das Gestal­ten glaub­wür­di­ger Han­douts mit pas­sen­den Sicher­heits­frei­ga­ben. Auch einige Doku­mente, die als Mythos Tomes (magi­sche Schrif­ten) gel­ten kön­nen, wer­den beschrie­ben, und es gibt sogar Han­douts hierzu.

Auf 71 Sei­ten gibt es außer­dem drei Aben­teu­er­mo­dule: Pup­pet Shows und Shadow Plays, Con­ver­gence und New Age. Die erste Geschichte ist die Jagd auf einen Mytho­s­kil­ler. Sie ist rela­tiv bru­tal und blu­tig. Con­ver­gence gefällt mir beson­ders gut. Eine Klein­stadt in Ten­nes­see wird von den Mi-Go für Expe­ri­mente benutzt. Das Ganze fällt auf, als ein chir­ur­gisch modi­fi­zier­ter jun­ger Mann auf eine Art Amok­lauf durch meh­rere Staa­ten geht und das FBI auf den Plan ruft. New Age ist eine zwei­tei­lige Mini­kam­pa­gne mit Anlei­hen an Sek­ten, Mythos­ma­gie und auch ein Klein­pla­net auf Kol­li­si­ons­kurs darf nicht fehlen.

Allen Aben­teu­ern ist gemein, dass sie sehr gut geschrie­ben sind und als nicht linear ablau­fende Ermitt­lun­gen gehal­ten sind. Mei­ner Mei­nung eig­nen sie sich auch bes­tens für Kon­ver­sio­nen nach Trail of Cthulhu.

Eigent­lich wird emp­foh­len, DG–Teams aus den ver­schie­de­nen Geheim­diens­ten und Behör­den zusam­men­zu­set­zen, was ich aber bei Kam­pa­gnen für wenig prak­ti­ka­bel halte. Bei einer mys­te­riö­sen Seu­che mag eine Betei­li­gung des Cen­ter for Disease Con­trol Sinn machen, aber wenn man im nächs­ten Aben­teuer einen Dro­gen­ring spren­gen will, der Jun­kies opfert, dann braucht man eher die DEA… Die Mischung der Agen­ten muss zur Kam­pa­gne pas­sen. Damit es nicht lang­wei­lig wird, sind auf 42 Sei­ten die meis­ten Bun­des­be­hör­den beschrie­ben, die auch Geheim­dienst– oder Jus­tiz­be­fug­nisse haben. Das reicht vom U.S. Pos­tal Ser­vice (Zen­sur) über den Natio­nal Park Ser­vice (kein Scherz) bis zu den gro­ßen Namen wie FBI und CIA, sowohl auf der mili­tä­ri­schen als auch der qua­si­zi­vi­len Seite. Hier zeigt sich wie­derum die mas­sive und akri­bi­sche Recher­che­ar­beit, die hin­ter Delta Green steckt.

DG basiert ins­ge­samt auf der 5. Edi­tion von Cha­o­s­i­ums Call of Cthulhu. (Aktu­ell kann man die 6. Edi­tion kau­fen. Für die 7. lief gerade ein Kick­star­ter.) Es gibt einige neue Skills, ein paar neue Zau­ber und einen Kata­log moder­ner Feu­er­waf­fen. Die Abwand­lung gegen­über den Basis­re­geln ist damit eher mode­rat und einem Set­ting­buch – auch einem so ambi­tio­nier­ten – angemessen.

Preis-/Leistungsverhältnis

Man kann es auf zwei­er­lei Weise sehen: Lässt man die Anhänge weg, so wären die 137 Sei­ten Set­ting­be­schrei­bung eher wenig für 20 US-Dollar – mal ganz unab­hän­gig von der Qua­li­tät. Aber bewer­tet man die enorme Recher­che­leis­tung, die in den Anhän­gen für einen erbracht wurde, rela­ti­viert sich das sehr schnell. Hier wird man umfas­send bedient und muss nicht mehr wirk­lich etwas jen­seits des Ban­des nach­schla­gen. Man kann direkt aus dem gege­be­nen Mate­rial glaub­hafte Sze­na­rien konstruieren.

Zwar mag man­ches in den Jah­ren seit ’96 ver­al­tet sein, beson­ders durch die Umbrü­che seit den Anschlä­gen auf das World Trade Cen­ter, aber ganz ehr­lich: Wer ist wirk­lich so ein Experte, dass er die exak­ten Ver­än­de­run­gen inner­halb der US-Exekutive gegen­über die­sem Buch erken­nen könnte? Bis zu einem Update oder einem pas­sen­den Erwei­te­rungs­band ist die­ses Pro­dukt sicher sein Geld wert, um moderne Ermitt­lungs­sze­na­rien detail­reich darzustellen.

Fazit

Delta Green ist eine wahre Perle unter den Rol­len­spie­len – gut geschrie­ben, aus­ge­zeich­net recher­chiert und stim­mungs­voll. Da steckt Herz­blut drin, das merkt man! Zumal die Auto­ren auch heute noch ver­öf­fent­li­chen, genauso wie einige Fans (siehe nächste Abschnitt). Von der Qua­li­tät des Inhalts her ist das einer der bes­ten Bände, die ich bis jetzt in Hän­den hal­ten durfte.

Zuerst dachte ich mir, dass das Buch zu sehr nur Set­ting­buch sein könnte, und zu wenig Hand­rei­che gebo­ten würde, um eigene Kam­pa­gnen zu erstel­len. Wer aber die Aben­teuer im Anhang gele­sen hat, weiß, wie der Hase läuft. Wenn in einem Basis­buch rela­tiv gute Module bereits drin sind, dann ist das immer ein gro­ßes Plus.

Eine Anschaf­fung, die ich sicher­lich nicht bereue. Ich habe mich jeden­falls schon ins nächste Buch gestürzt, das mei­nen posi­ti­ven Gesamt­ein­druck wie­der nur bestä­tigt hat. Die Auto­ren haben es geschafft, auf eine respekt­volle Weise den Mythos für die 90er und danach zu aktua­li­sie­ren. Die Mischung aus den Gen­res Mythos und Mys­tery ist reiz­voll und sehr gut gelungen.

Bonus/Downloadcontent

Es lohnt sich, die offi­zi­elle Web­seite zu besu­chen. Hier gibt es Cha­rak­ter­bö­gen und frei ver­füg­ba­res Spiel– und Lesematerial.

Unsere Bewer­tung

Erschei­nungs­bild ★★★☆☆ Sieht okay aus, etwas textlastig. Inhalt ★★★★★ Viel bes­ser geht’s wirk­lich nicht mehr. Preis-/Leistungsverhältnis ★★★★☆ Hoch­qua­li­ta­ti­ver Inhalt, extrem viel Recher­che­ar­beit in den Anhängen. Gesamt ★★★★☆ Ein tol­les Buch, das in den Schrank jedes Cthulhu- oder X-Files–Enthu­si­as­ten gehört.

Arti­kel­bild: Pagan Publishing



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